Was sind Grasgrannen?
Grasgrannen sind die Samenköpfe bestimmter Gräser. Wenn sie austrocknen, lösen sie sich leicht ab. Aufgrund ihrer pfeilförmigen Struktur bewegen sie sich nur in eine Richtung: immer tiefer hinein.
Sie können sich im Fell festsetzen, aber auch beispielsweise in Ohren, Nase, Augen, Zehen, unter dem Fell auf der Haut und im Maul landen. Eine Grasgranne verschwindet nicht von selbst und kann immer tiefer in den Körper eindringen.
Warum sind Grasgrannen so gefährlich?
Die Gefahr liegt hauptsächlich in der Form der Grasgranne. Die kleinen Widerhaken sorgen dafür, dass sie sich nicht mehr zurückbewegen kann.
Dadurch kann eine Grasgranne:
- Irritationen verursachen
- Entzündungen verursachen
- Schmerzen bereiten
- Sich immer tiefer in den Körper bewegen
Wenn eine Grasgranne nicht rechtzeitig entfernt wird, ist manchmal eine Behandlung oder ein kleiner Eingriff durch den Tierarzt erforderlich.

Symptome einer Grasgranne
Die Beschwerden hängen davon ab, wo sich die Grasgranne befindet.
Im Ohr
- Plötzliches, heftiges Kopfschütteln
- Kratzen an einem Ohr
- Schmerzen bei Berührung
- Schiefhalten des Kopfes
In der Nase
- Viel Niesen
- Blut aus einem Nasenloch
- Schnüffeln am Boden
- Atembeschwerden
Im Auge
- Zusammengekniffenes Auge
- Tränenfluss
- Rötung
- Blinzeln oder Reiben
Zwischen den Zehen
Dies ist eine der häufigsten Stellen.
Achten Sie auf:
- Lecken an einer Pfote
- Hinken
- Schwellung zwischen den Zehen
- Rötung
- Kleine Wunde oder Beule
In der Haut
Manchmal kriecht eine Grasgranne unter die Haut.
Dabei können Sie feststellen:
- Eine schmerzhafte Schwellung
- Ein kleines Loch, aus dem Flüssigkeit austritt
- Eine Entzündung, die immer wiederkehrt
Welche Hunde haben ein erhöhtes Risiko?
Eigentlich kann jeder Hund unter Grasgrannen leiden.
Das Risiko ist jedoch höher bei:
- Hunden mit längerem Fell
- Hunden mit viel Haar zwischen den Zehen
- Aktiven Hunden, die viel durch hohes Gras rennen
- Jagdhunden und Sporthunden

Wo kommen Grasgrannen vor?
Grasgrannen wachsen an vielen Orten, wie zum Beispiel:
- Wegrändern
- Parks
- Entlang von Radwegen
- Deichen
- Naturgebieten
- Trockenen Grasflächen
- Feldern
Besonders in der Zeit von Juni bis August sind Grasgrannen reichlich vorhanden.
Kontrollieren Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang
Eine kurze Kontrolle dauert oft nur wenige Minuten.
Kontrollieren Sie besonders:
- Zwischen den Zehen
- Um die Ohren
- Unter den Achseln
- In den Leisten
- Um die Augen
- Unter dem Schwanz
- Das gesamte Fell
Bürsten Sie lose Grasgrannen sofort aus dem Fell, bevor sie sich festsetzen können.
Kann man Grasgrannen verhindern?
Ganz verhindern kann man es leider nicht, aber man kann das Risiko verringern.
1. Vermeiden Sie hohes, trockenes Gras
Gehen Sie im Sommer möglichst auf gemähten Wegen.
2. Pflegen Sie das Fell
Schneiden Sie eventuell überschüssiges Haar zwischen den Pfotenballen ab und bürsten Sie das Fell regelmäßig.
3. Kontrolle nach jedem Spaziergang
Je schneller Sie eine Grasgranne entdecken, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Problemen.
4. Achten Sie auf plötzliches Verhalten
Beginnt Ihr Hund plötzlich heftig zu niesen, schüttelt er ständig den Kopf oder leckt er obsessiv an einer Pfote? Dann könnte eine Grasgranne die Ursache sein.

Wann zum Tierarzt?
Kontaktieren Sie einen Tierarzt, wenn:
- Sie eine Grasgranne nicht sicher entfernen können.
- Sie vermuten, dass eine Grasgranne im Ohr, Auge oder in der Nase steckt.
- Ihr Hund große Schmerzen hat.
- Eine Schwellung oder Entzündung auftritt.
- Die Beschwerden nicht schnell verschwinden.
Versuchen Sie nicht, eine tief im Ohr, Auge oder in der Nase sitzende Grasgranne selbst zu entfernen. Dadurch könnten Sie die Situation verschlimmern.
Sorgenfrei den Sommer genießen
Glücklicherweise sind die meisten Spaziergänge sicher und angenehm. Indem Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang kurz kontrollieren und auf erste Anzeichen achten, können Sie viele Probleme vermeiden. Prüfen Sie dann gleich auch auf Zecken ;)
So können Sie gemeinsam unbeschwert alles genießen, was der Sommer zu bieten hat.